1 FX-Tagesausblick

Sparrezept mit positiven Nebenwirkungen

EUR USD (1,1970) Nun ist es also raus, das Sparpaket Deutschlands mit einem kumulativen Volumen von mächtig wirkenden 80 Mrd. Euro, die bis zum Jahr 2014 gespart werden sollen. Vordergründig betrachtet mag es sich, wie Angela Merkel äußerte,…

tatsächlich um einen einmaligen Kraftakt handeln. Mit Vorbildfunktion für andere EU-Staaten. Natürlich kann man trefflich darüber diskutieren, ob das Paket sozial ausgewogen ist. Man könnte auch darüber sinnieren, ob das Vorhaben tatsächlich keine Steuererhöhungen enthält, wie etwa die Arbeitsministerin von der Leyen in einem ZDF-Interview gestern äußerte. Oder war das schon ein ungewollter Hinweis darauf, dass man die ebenfalls zum Programm gehörende geplante Einführung einer Steuer auf Finanzgeschäfte womöglich doch nicht, weil global nicht praktikabel, zum Zuge kommen lassen wird? Es gibt nicht wenige Kommentatoren, die bereits direkt nach der Präsentation des Programms

Milliardenbeträge aufzählen, die am Ende gar nicht eingespart werden können. Und so trifft der „Sparhammer“ (FTD) die Wirtschaft wahrscheinlich gar nicht mit voller Wucht, was immerhin mit der positiven Nebenwirkung – sei sie beabsichtigt oder nicht – verbunden ist, dass man das gerade aufkeimende Wachstumspflänzchen hierzulande nicht schon im Keim erstickt.

Immerhin hat der Euro einen Tag Ruhepause innerhalb seines Abwärtstrends eingelegt. Dennoch würden wir weiterhin im Falle einer Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Risikolimit 1,2065 und Kursziel 1,1520 ins Auge fassen.

USD JPY (91,60) Yoshihiko Noda ist heißer Kandidat für den vakanten Finanzministerposten. Bislang hat er besonders durch das Propagieren einer strengen Haushaltsdisziplin von sich reden gemacht. Insofern verwundert es nicht, dass er seinem Empfehlungsschreiben gleich einen ganzen Stapel neuer Sparmaßnahmen beilegt. Denn in Japan ist Sparen derzeit oberstes Gebot.

Dafür steht die Politik des neuen Premiers Naoto Kan. Ein Gespann Kan/Noda wäre für eine solche Aufgabe also geradezu prädestiniert. Die Finanzmärkte scheinen sich ebenfalls mit dieser Paarung anzufreunden, obgleich Devisenhändler derzeit nicht allzu lebhaft auf politische Ankündigungen reagieren. Besonders japanische Exporteure gehören zu den Marktteilnehmern, die sich aus der momentan dominierenden, breiten Konsolidierung (zwischen 89,10 und 93,65) lieber heraushalten würden. Von ihren Wunschraten sind sie ohnehin weit entfernt. Die meisten wären bereits zufrieden, wenn sie wenigstens die 95-Yen-Marke zu sehen bekämen. Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass sie, nach einem Durchbrechen dieser Zone nach oben, schon früh als Verkäufer auftreten werden. Das muss der USD aber erst schaffen. Gestern jedenfalls reichte es nicht einmal dafür, den Zwischenwiderstand bei 92,05 beiseite zu räumen.

EUR JPY (109,65) Durch die schwache Nachfragesituation ist der Euro immer noch gefährdet, auf 107,10 zu rutschen. Darunter findet sich gar erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Kurzfristige Erholungsversuche dürften bereits in der Zone 110,90/11,05 abgefangen werden. Darüber würde Angebot allerdings erst wieder bei 112,95 zum Vorschein kommen.

GBP USD (1,4500) Der gestrige Erholungsversuch hat nichts daran geändert, dass Sterling nach wie vor dem Risiko weiterer Rückschläge unterliegt. Dabei können sich Abwärtsbewegungen zunächst bis 1,4330 und danach bis 1,4190 entfalten. Solange Sterling unter der 1,4590/00er Hürde handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8190) Der Austral-Dollar bleibt schwach auf der Brust: Das Risiko reicht herab bis 0,8065 und 0,7985. Ein Sprung über die 0,8390er Marke würde zwar für Entspannung sorgen, zuvor gilt es aber, hartnäckigen Widerstand bei 0,8315/30 beiseite zu räumen. Zeichen wäre oberhalb von 0,8480 gegeben. Zuvor tut sich noch Widerstand bei 0,8315/30 auf.

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  


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