1 FX-Tagesausblick

Satellite für Europa

EUR USD (1,2305) Es war schon Freitagabend, als die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit Spaniens herabstufte. Unter anderem wegen dessen sich verschlechternden konjunkturellen Aussichten. Obgleich kaum überraschend, eignete sich die Nachricht natürlich dafür, den….

 Kursrückgang des Euro zum Wochenschluss erklären zu können. Wer ein bisschen weiter denkt, könnte sogar zu dem Schluss kommen, dass sich die Problemkinder, aber auch die relativ besser gestellten EU-Mitglieder, in einer scheinbar nicht mehr enden wollenden Abwärtsspirale befinden. Zumindest spiegelt dies die derzeitige Stimmung vieler Marktteilnehmer wider. A ber es gab „stimmungstechnisch“ auch Positives zu vermelden. Denn der Sieg Lena Meyer-Landruts beim Grand-Prix Eurovision weckte Erinnerungen an das Sommermärchen der deutschen Fußballnationalmannschaft im Jahre 2006. Auch dort war es letztlich die gute Stimmung, die zumindest hierzulande als Katalysator für den darauf folgenden konjunkturellen Aufschwung interpretiert wurde. Und fast konnte man auch am Samstagabend in Oslo den Eindruck gewinnen, die Schülerin habe den Contest nicht in erster Linie we-gen ihrer stimmlichen Qualitäten gewonnen, sondern weil sie so erfrischend „anders“ als ihre Konkurrent(inn)en war. Ein Signal für Europa? Vielleicht doch nur aus unserer Sicht, die  möglicherweise wie alles, was Europa betrifft, derzeit durch den Verfügbarkeitsirrtum bestimmt sein mag. Der
Euro konsolidiert sich unterdessen oberhalb von 1,2110 und sollte er 1,2490 überwinden, rechnen wir mit Potenzial bis 1,2690.

USD JPY (91,35) Nachdem es für einige Monate eine stabile politische Linie in Japan gab, kommt nun wieder Unruhe auf. Mit dem Austritt aus der Regierung haben die Sozialdemokraten Premier Hatoyama gehörig unter Druck gesetzt. Denn durch das Aufkündigen der Koalition haben sich die Chancen für die im Juli anstehenden Oberhauswahlen erheblich verringert. Marktteilnehmer dürften dies nicht besonders gerne hören, da sie eigentlich froh waren, dass das leidige Thema politische Unsicherheit im vergangenen Herbst endlich ad acta gelegt wurde. Momentan sind die Händler aber wohl noch zu sehr mit der Konsolidierung beschäftigt, die das Währungspaar gefangen hält. Sie verläuft wie gehabt zwischen 89,10 und 93,65. Nach einem kurzfristigen Verlassen sieht es derzeit nicht aus, zumal sich vor diesen Begrenzungen noch Nachfrage bei 90,60 und Angebot bei 91,90 findet.

EUR JPY (112,45) Die Mai-Bilanz dürfte für den Euro miserabel ausfallen: Starke Kursverluste, hohe Volatilität und – sollte er sich heute nicht noch einmal drastisch verteuern – die schwächste Monats-Performance seit Ende 2008. Er bleibt angeschlagen: Erst oberhalb von 113,65 wird er sich wieder stabilisieren und bis auf 114,90 korrigieren. An der Unterseite liegt derweil Nachfrage bei 111,05 und 109,20.

GBP USD (1,4470) Kabelpfunde wurden am Freitag, nach der Rating-Herabstufung Spaniens, mit dem Euro nach unten gezogen. Zwar sollte sich der direkte Einfluss auf Sterling in Grenzen halten. Jedoch hat die jüngste Rating-Anpassung Pfund- Händlern wieder vor Augen geführt, dass Bestnoten nicht unantastbar sind. Die britische Regierung scheint sich dessen bewusst zu sein. Deswegen wurde von ihr wohl auch umgehend ein drastischer Sparkurs eingeschlagen. Zum Verteidigen des Top-Ratings hat Frankreich gestern ein ähnliches Vorgehen angekündigt. Das Pfund hat sich von der 1,4610er Spitze zurückgezogen und unseren ersten Nachfragepunkt unterlaufen. Die nächste Unterstützung steht bei 1,4360. Darunter würden Abschläge auf 1,4160 folgen.

AUD USD (0,8480) Der Stabilitätspunkt steht nach wie vor bei 0,8560/70. Hierüber wartet der nächste Widerstand bei 0,8685. Die Nachfragesituation hat sich derweil nicht geändert: Unterstützung sollte sich bei 0,8380 und 0,8265  entfalten.

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  


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