1 FX-Tagesausblick

Reservemanager verschmähen Euro (noch) nicht

EUR USD (1,2295) Noch am Vortag hatte man sich allerorten Sorgen gemacht, dass China nicht mehr gut auf die  Eurozone zu sprechen ist und eventuell seine Reserven entsprechend anpasst. Zumindest hatten das viele Händler genutzt, um frische Short-Positionen zu eröffnen. Gestern allerdings…

 

machte auch der Euro wieder an Boden gut, so dass besagte Short-Spieler ihre Positionen schon wieder eindecken mussten. Eine Erklärung hatten sie prompt parat, denn rund um den Globus gaben sich die Lenker der Währungsreserven die Klinke in die Hand: Sie versicherten, vorerst keine Veränderung ihrer Portfolios anzustreben. China verneinte anders lautende Medienberichte und auch Korea, Kuwait und Russland haben nach eigenen Angaben nicht an der Zusammensetzung ihrer Reserven gedreht. Doch eines sollte man bei all diesen Versicherungen nicht vergessen: Die Welt ist dennoch besorgt über die Schuldenkrise der Eurozone. Auch beim G20-Finanzministertreffen nächste Woche in Südkorea wird man wohl über das europäische Schuldengebirge und seine Bedeutung für den Währungsmarkt diskutieren, wie Japans Finanzminister Naoto Kan heute Morgen verlauten ließ. Bislang haben die Staaten zwar noch keine Veränderungen ihrer Devisenreserven vorgenommen, künftig könnten sie es aber tun!
Im großen Bild hat sich noch nicht allzu viel getan: Der Euro konsolidiert sich nach wie vor oberhalb von 1,2110. Immerhin hat er sich gestern ein wenig Luft verschafft und sollte ihm sogar der Sprung über die 1,2490er Marke gelingen, so rechnen wir zunächst mit weiteren Kursgewinnen bis 1,2690 (vorerst nur Potenzial).

USD JPY (91,10) Nachdem gestern die Exporttätigkeit Japans die Devisenhändler schon wenig begeistern konnte (obgleich sie über den Erwartungen lag), gab es wenig Hoffnung, dass sie für die heutigen Daten empfänglicher sein würden. Und tatsächlich: Weder der eingetrübte Arbeitsmarkt noch der deutliche Rückgang der Verbraucherausgaben schien den Akteuren eine Entscheidungshilfe zu bieten. Sie machen auch keinen Hehl daraus, dass für sie derzeit die Entwicklung der Aktien- und Anleihemärkte wesentlich wichtiger ist. Dies dürfte mit den jüngsten Handelsaktivitäten zusammenhängen. Denn so viele Auslandsanleihen wie Mitte Mai (Gegenwert: 11,6 Mrd. USD) haben japanische Anleger seit acht Monaten nicht mehr gekauft. Zeitgleich haben sich Ausländer von japanischen Aktien getrennt, wobei die höchste Netto-Verkaufsaktivität seit über einem Jahr zu verzeichnen war. Kein Wunder also, dass die Bewegungen an den anderen Märkten derzeit für Devisenhändler bedeutungsvoller sind als Fundamentaldaten. Mehr als Konsolidierungsgebaren ist beim Dollar aber derzeit nicht auszumachen: Die breite Handelsspanne verläuft weiter zwischen 89,10 und 93,65.

EUR JPY (112,00) Japanische Exporteure machen sich weiterhin Sorgen um den Euro. Der ist zwar immer noch angeschlagen, könnte sich jedoch oberhalb von 113,65 wieder stabilisieren. Davor liegt noch Widerstand bei 112,90. Unterstützungen sind bei 110,10 und 109,20 zu finden.

GBP USD (1,4535) Sterling-Händler entwickelten gestern ein auffällig starkes Interesse für die Übernahme des Asiengeschäfts von AIG durch den britischen Versicherer Prudential. Gerüchte machten die Runde, dass der Deal nicht zustande kommen und die 24 Milliarden Pfund, die er kosten soll, das Land gar nicht verlassen würden. Sterling hat dies gestern geholfen, wieder auf die Beine zu kommen und sich zu stabilisieren. Die nächsten Hürden liegen bei 1,4635 und 1,4780. Hingegen hat sich auf der Unterseite die Situation verbessert. Die Schlüsselunterstützung liegt bei 1,4450/60.

AUD USD (0,8490) AUD konnten sich gestern kräftig erholen, für eine verlässlichere Stabilisierung hat es allerdings noch nicht gereicht – das wäre erst oberhalb von 0,8560/70 der Fall. Hierüber wartet Widerstand bei 0,8675 während sich Unterstützung bei 0,8380 und 0,8265 findet.

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  


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