EUR USD (1,2035) Gestern hieß im Devisenhandel, dass die aufmunternden Kommentare des US-Notenbankchefs Ben Bernanke und die freundliche Tendenz an den Aktienmärkten dem Euro auf die Sprünge halfen. Im späten US-Handel rutschten die Aktienindices aber wieder ins Minus, so dass …
auch der Euro wieder deutlich von seiner Spitze bei 1,2074 USD zurückgestoßen wurde. Heute Morgen zeigt sich die Einheitswährung nach einem kurzen Abtaucher wieder kämpferisch.Ob es gestern wirklich die erwähnten Kommentare Bernankes waren, die Euro-Händler zum Kauf animierten, sei einmal dahin gestellt. Etwas befremdend wirkt aber, dass der Fed-Chef kaum Bedenken hat, die Euro-Krise könnte sich negativ auf die USA auswirken. Dabei stöhnten gestern bereits die ersten US-Vorstände, deren Firmen Aufzüge, Klimageräte und andere technische Anlagen in die Eurozone vertreiben, über die Dollaraufwertung. Natürlich sind die USA keine klassische Exportnation.
Aber Bernanke ist sicherlich auch nicht entgangen, dass enge wirtschaftliche Verflechtungen dafür sorgen, dass Effekte der Eurokrise auch über asiatische Staaten in die USA schwappen können. Besonders die deutschen Sparmaßnahmen sind den Amerikanern ein Dorn im Auge, sonst hätte Finanzminister Geithner Deutschland sicher nicht persönlich zur Stärkung der Inlandsnachfrage aufgefordert. Es geht Bernanke also weniger um die Euro-Krise, als um den weltwirtschaftlichen Aufschwung.
Unsere bearishe Strategie, deren Risikolimit bei 1,2065 liegt, hat den gestrigen Angriff knapp überlebt. Das Kursziel bleibt daher bei 1,1520.
USD JPY (91,20) Wie schon in den vorangegangen Tagen, so spielte sich das Kursgeschehen auch gestern wieder in recht engen Bandbreiten ab. Der Dollar hat es sich seiner breiten Konsolidierung zwischen 89,10 und 93,65 gemütlich gemacht. Weder ein freundliches Beige Book, das in allen zwölf Fed-Distrikten eine verbesserte Wirtschaftsaktivität registrierte, noch erbauliche BIPDaten aus Japan vermochten kräftigere Kursbewegungen auszulösen. Erste Nachfrage zeigt sich heute bei 90,35, erstes Angebot bei 92,05.
EUR JPY (109,75) Bei der Suche nach Gründen dafür, warum sich die Einheitswährung gestern im Aufwind befand, blickten Euro-Händler nicht etwa auf die in zahlreichen EU-Mitgliedsstaaten beschlossenen Sparpakete. Lieber schielte
man in Richtung Fernost und freute sich über unerwartet kräftig gestiegene chinesische Exporte. Diese Nachricht schien all jene zu beschwichtigen, die derzeit nur eine Sorge plagt: ein Übergreifen der europäischen Schuldenkrise auf den Rest der Welt. Jüngste Äußerungen von US-Notenbankchef Ben Bernanke, wonach besagte Schuldenkrise seiner Einschätzung nach nur geringe Auswirkungen auf die USA besitze, fügten sich ebenfalls hervorragend in diesen Kontext. Zwischen 108,10 und 114,40 hat sich unterdessen eine neue Konsolidierungszone herausgebildet. Zwischenwiderstand wartet aber bereits bei 110,90/11,05. Das Abwärtsrisiko reicht weiterhin hinab bis 107,10.
GBP USD (1,4590) Nachdem Kommentare der Ratingagentur Fitch das Pfund am Vortag noch unter Druck gesetzt hatten, sorgten Anmerkungen aus derselben Quelle gestern für Auftrieb. Offenbar bedurfte es erst der Aussage eines hochrangigen Fitch-Mitarbeiters, der sich ob der Regierungspläne „ermutigt“ zeigte. Kabelpfunde konnten sich jedenfalls erholen und eine kurzfristige Stabilisierung erlangen. Verbesserte Unterstützungen liegen nun bei 1,4470 und 1,4400. An der Oberseite eröffnet sich jedoch kein allzu großes Potenzial; vorläufig erwarten wir lediglich Kurssteigerungen bis 1,4690.
AUD USD (0,8380) Auch wenn AUD das Risikolimit verletzt haben, können wir ihnen noch keine rosige Zukunft in Aussicht stellen – allenfalls eine Verschnaufpause. Der nächste Widerstand liegt bei 0,8430. Eine verlässliche Erholung würde aber erst oberhalb von 0,8570/80 angestoßen. Mit Unterstützung rechnen wir bei 0,8240 und 0,8105.
Quelle: Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend
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USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).
EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.
GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.
AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.
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