Die kanadische Notenbank hat den Leitzins angehoben – als erste Notenbank eines G7-Staates seit Ausbruch der Weltwirtschaftskrise. Der Zins steigt damit um 25 Basispunkte auf 0,50 Prozent. Der Schlüsselsatz für die Banken des Landes lag seit April 2009 bei .….
0,25 Prozent. Wann die nächste Erhöhung folgen könnte – zu diesem Thema gab es im Begleitkommentar eher vorsichtige und vage Aussagen.
Weitere Zinserhöhungen hingen von der Entwicklung der Weltwirtschaft und vor allem der Schuldenkrise in Europa ab, hieß es: „Angesichts der bemerkenswerten Unsicherheiten was den Konjunkturausblick angeht, müsste jede weitere Zurücknahme des geldpolitischen Stimulus vorsichtig vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Entwicklung in Kanada
und weltweit abgewogen werden.“ Bei den G7- Partnern Fed, Bank of England und EZB sind Zinssenkungen derzeit noch nicht in Sicht.
Schäuble und von der Leyen Favoriten
Das politische Berlin ist noch immer geschockt vom Rücktritt des Bundespräsidenten und streitet über den Nachfolger. Einzige Bedingung: Er soll – anders als Köhler bei Amtsantritt – aktiver Politiker sein. Gewählt wird am 30. Juni. Zu den Favoriten gehören Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und Arbeitsministerin Ursula von der Leyen.
Anleger lassen Euro links liegen
Der Euro befindet sich weiter auf Talfahrt. Er stürzte um fast 2 US-Cent auf ein Vier-Jahres-Tief von zeitweise 1,2110 USD. Negativ gewertet wurde an den Märkten unter anderem ein Bericht der EZB zu erwartenden milliardenschweren Abschreibungen bei den Banken in der Währungsunion. Die gewachsene Unsicherheit zeigte sich am Markt für Kreditausfallversicherungen (CDS). Die Kosten für eine Versicherung gegen den Ausfall italienischer Staatsanleihen beispielsweise kletterten am Dienstag auf ein Rekordhoch. Für eine fünfjährige Absicherung von Papieren im Wert von 10 Mio. EUR per Credit Default Swap (CDS) waren laut Datenanbieter Markit 250.000 EUR fällig – so viel wie nie zuvor. Am Montag hatten Investoren lediglich 200.000 EUR verlangt. Auch Ausfallversicherungen für Staatspapiere aus Frankreich, Spanien, Portugal und Griechenland wurden deutlich teurer.
Griechenland plant Anleihen-Verkauf im Juli
Griechenland könnte im Juli neue Staatsanleihen ausgeben. Finanzminister Giorgos Papaconstantinou sagte, das Geld des internationalen Hilfspakets dürfte bis 2012 reichen. Zu kurzfristigen Anleihen befragt, erklärte er weiter: „Einige kurzfristige Papiere laufen aus, einige davon im Juli, und wir werden an die Märkte gehen.“ Insgesamt werden im Juli griechische Anleihen mit einem Umfang von 4,56 Mrd. EUR fällig. Es wäre der erste derartige Schritt der Regierung in
Athen, seitdem die Euro-Staaten und der Internationale Währungsfonds (IWF) ein Hilfspaket von 110 Mrd. EUR auflegten.
EU legt heute Finanzreformpläne vor
EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier legt heute weitere Pläne für die Reform der Finanzmärkte vor. Unter anderem geht es um die Ratingagenturen und das Risikomanagement von Banken. Barnier will unter anderem vorschlagen, die Agenturen zentral von der neuen EU-Aufsichtsbehörde für den Wertpapiersektor kontrollieren zu lassen.
Quelle: Deutsche Bank CMS: Märkte am Morgen; Autor: Cognitrend
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