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Jede Nachricht dient zum Euro-Verkauf

EUR USD (1,2300) Die schwache Tendenz gestern täuscht ein wenig darüber hinweg, dass der Euro die vergangene Woche im Plus abgeschlossen hat – zum ersten Mal seit sechs Wochen. Diese Leistung wurde aber in keiner Form gewürdigt. Stattdessen hacken die meisten Marktteilnehmer weiter auf die Einheitswährung ein und begründen ihren Pessimismus…

 

  beispielsweise mit der spanischen Sparkassenrettungsaktion, die als negativ für den Euro gewertet wird. Dabei war diese Maßnahme schon seit längerem geplant. Auch das verbale Durcheinander innerhalb der Eurozone werten Akteure als Schwachstelle für den Euro. In der Tat ist es nicht hilfreich, wenn Politiker der Euro-Staaten untereinander oder mit Brüssel im Clinch liegen. Jüngstes Beispiel ist der offene Schlagabtausch, den sich EU-Kommissionspräsident Barroso mit deutschen Regierungspolitikern liefert. Aber politische Unstimmigkeit innerhalb der Eurozone ist ebenfalls nichts Neues. Skepsis wird bei Devisenhändlern derzeit auch durch die EZB geweckt, die ihre jüngst beschlossene Anleihekaufstrategie vehement verteidigt. Trichets Versuch, sich vom Vorgehen anderer Zentralbanken abzugrenzen, wird von den Akteuren anders interpretiert. Für sie stellen die Aktivitäten eine quantitative
Maßnahme dar; egal, ob nun Geld wieder aus dem Kreislauf abgepumpt wird oder nicht.
Was auch immer Händler derzeit an Nachrichten zu greifen bekommen – sie nutzen es, um den Euro zu shorten. Gestern fanden Verkaufsaktivitäten verstärkt in der 1,2360/1,2410er Zone statt. Kurse jenseits letzterer Marke würden die Bären aber wieder in die Defensive zwingen.

USD JPY (89,95)
Zu Beginn der neuen Handelswoche pendelte das Währungspaar in einer überschaubaren Handelsspanne rund um die 90-¥-Marke. Weder Dollar noch Yen, sondern einmal mehr die Sorge um die Einheitswährung stand im Blickpunkt der Devisenhändler. Ohnehin gestaltete sich der Nachrichtenfluss aus Fernost zuletzt eher dünn. Dass die Bank of Japan in ihrem jüngsten Monatsbericht weiter von einer moderaten konjunkturellen  Erholung ausgeht, stellte nun wahrlich keine Überraschung dar und konnte die Marktteilnehmer demzufolge auch nicht beeindrucken. Unterdessen hat sich zwischen 93,65 und 89,10 eine neue Handelsspanne herausgebildet. Sollte deren Unterkante durchbrochen werden, wäre ein Rücklauf bis zum jüngsten 87,95er Tief angezeigt.

EUR JPY (110,65) Am Pfingstmontag war bei den Euro-Händlern die Furcht davor dominierend, dass die europäische Schuldenkrise auf den Bankensektor übergreifen könnte. Anlass dazu soll am Wochenende angeblich die Bank von Spanien durch die Übernahme der Sparkasse CajaSur geliefert haben. Zwar sei deren heikle Lage durchaus bekannt gewesen. Doch habe man sich durch die Verstaatlichung wieder verstärkt an das Schuldenproblem erinnert gesehen, hieß es. Sollte der Euro nun unter 109,45 rutschen, wäre mit Abschlägen bis 107,10 zu rechnen. Angebot erwarten wir indes bei 112,40 und 115,50.

GBP USD (1,4360) Haushaltseinschnitte im Umfang von 6 Mrd. Pfund mögen während der GBWahlkampagne noch  gewaltig gewirkt haben – jetzt nehmen sie sich eher harmlos aus. Grund dafür ist eine Verschiebung des Referenzpunktes: Die in ganz Europa verkündeten Sparmaßnahmen haben die „Benchmark“ erhöht. Weitere Kürzungen
dürften politisch jetzt viel leichter durchsetzbar sein. Sterling zeigt sich derweil wenig bewegt. Wir sehen weiterhin Risiko bis 1,4110. Zuvor ist nur noch bei 1,4195 mit Nachfrage zu rechnen. An der Oberseite eröffnet sich hingegen in der 1,4565/85er Zone hartnäckiger Widerstand.

AUD USD (0,8190) Das Risiko für Abwärtsbewegungen in Richtung 0,7790 bleibt nach wie vor bestehen. Schwache Zwischenunterstützung steht bei 0,8075. Auch die Widerstände bei 0,8370 und bei 0,8475 bleiben intakt..

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  


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