Angesichts wachsender Konkurrenz aus Asien pochen die Bundesregierung und die deutsche Industrie gemeinsam auf engere Beziehungen Europas mit den Golfstaaten. „Die Region hat langsam kein Verständnis mehr, dass wir nicht vorankommen“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am..….
Donnerstag in Doha nach Gesprächen in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar. BDI-Chef Hans-Peter Keitel forderte in einem am Donnerstag veröffentlichten Reuters-Interview: „Es wäre wichtig, endlich das EU-Freihandelsabkommen mit den GCC-Staaten abzuschließen, mit denen die Verhandlungen bereits seit 1990 laufen.“ Merkel kündigte an, sie werde sich vor allem mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy dafür einsetzen, „dass das Freihandelsabkommen endlich unter Dach und Fach kommt“. Die Kanzlerin will dies nun zum Thema beim EU-Gipfel im Juni machen.
Finanzreform: Unterschiedliche Ansätze
Die USA und Deutschland setzen bei allem Willen zur engen Zusammenarbeit unterschiedliche Akzente bei schärferen Finanzmarktregeln. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und sein US-Kollege Timothy Geithner sprachen nach einem Treffen in Berlin am Donnerstag von Gemeinsamkeiten in der Grundrichtung. Beim G20-Gipfel Ende Juni gehe es darum, international abgestimmt das Finanzsystem und die Weltwirtschaft krisenfester zu machen. Dabei wird es laut Schäuble aber Unterschiede in den Lösungswegen geben. Geithner warb für eine Bankenabgabe zur Beteiligung der Finanzbranche an den Kosten der Krise. Zur Finanztransaktionssteuer äußerte er sich nicht. Der US-Minister stellte zudem die Flankierung der wirtschaftlichen Erholung in den Vordergrund, Schäuble eher Konsolidierungsnotwendigkeiten.
DIW erkennt Frühjahrsaufschwung
Nach zwei schwachen Quartalen nimmt die deutsche Wirtschaft nach Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Frühjahr wieder Fahrt auf. Das BIP werde von April bis Juni voraussichtlich um 0,7 Prozent zum Vorquartal zulegen, teilte das DIW am Donnerstag mit. „Deutliche Zuwächse in den exportgetriebenen Schlüsselindustrien zeugen von einem Aufschwung, der sich zunehmend stabilisiert“, hieß es. In den beiden Vorquartalen hatte es jeweils nur zu einem Plus von 0,2 Prozent gereicht. Auch die Bauwirtschaft belebe sich vorübergehend, weil die wegen des langen Winters liegen gebliebene Arbeit nachgeholt werde. Die Branche profitiere außerdem von staatlichen Konjunkturprogrammen. „Auf der Nachfrageseite bleibt der private Verbrauch das Sorgenkind“, erklärte das DIW. Belastend wirke hier die weit verbreitete Sorge um den Euro. Wegen der Schuldenkrise befürchten viele Verbraucher Steuererhöhungen und steigende Preise.
EU-Kommission fordert längere Lebensarbeitszeit
Die EU-Kommission empfiehlt den Mitgliedsstaaten, die Menschen später in die Rente zu schicken. Das berichtet die Financial Times Deutschland. Das Renteneintrittsalter solle regelmäßig so angehoben werden, dass durchschnittlich nicht mehr als ein Drittel des Erwachsenenlebens im Ruhestand verbracht werde. Laut EU-Kommission kommen in der EU schon heute auf jeden Rentner nur drei aktiv Beschäftigte. Ohne neue Regelung hätten 2060 die Rentner die Mehrheit – drei Aktive müssten für vier Pensionäre sorgen.
Quelle: Deutsche Bank CMS: Märkte am Morgen; Autor: Cognitrend
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