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Eurokurs ist ein schlechter Erfolgsindikator

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EUR USD (1,2715) Wer gestern Früh die Mienen der am EURettungspaket Beteiligten betrachtete, blickte überwiegend in müde, aber auch sehr zufriedene Gesichter. Letzteres hing eng mit der..

Reaktion der Finanzmärkte zusammen. Aktienkurse sprangen in die Höhe und der Euro schoss bis auf fast 1,31 USD nach oben. Je höher der Euro stieg, umso mehr betonten die Entscheider, dass das Paket der „Stärkung und dem Schutz“ der Einheitswährung diene. Man darf aber nur hoffen, dass der Euro-Kursverlauf nicht den Indikator für den Erfolg dieser weitreichenden Beschlüsse darstellen soll. Denn dann hätte man das Projekt am Nachmittag, als der Kurs bereits wieder 300 Stellen unter seinem Tageshoch notierte, schon wieder hinterfragen müssen. Überhaupt wird der Euro-Kursverlauf – insbesondere die Abwärtsbewegung des letzten halben Jahres – überschätzt. Seit Bestehen der Einheitswährung gab es schon wesentlich schlimmere Baissen; man erinnere sich nur an die Zeit kurz nach ihrer Einführung. Selbst bei Kursen von knapp über 0,80 USD haben Offizielle nie an der langfristigen Stärke des Euro, an der EWU oder an der Stabilität der Eurozone gezweifelt. Das absolute Kursniveau ist also nur ein schlechter Gradmesser, um Erfolg oder Sinn des Europrojekts zu messen. Was einigen Akteuren hingegen viel mehr zu denken gab, war das plötzliche Umdenken der EZB. Am Donnerstag wollte dort niemand das Thema Anleihekäufe diskutieren. Am Sonntag waren sie bereits beschlossene Sache. Nachdem das Aufwärtspotenzial gestern fast erfüllt wurde, steht der Euro bereits wieder unter Druck. Das Risiko reicht bis 1,2510.

USD JPY (92,70) Sofern die 89,60er Marke Bestand hat, ist eine Erholung bis 94,90 möglich.Dazwischen gilt es, Punkte bei 91,80 und 93,60 zu beachten.

EUR JPY (117,85) Der Europa-Chef des IWF, Marek Belka, sieht im gewaltigen Rettungsschirm der EU und des Währungsfonds lediglich eine „Art Morphium“, das den Europäern ein wenig Erleichterung verschaffen konnte. Es könne nicht als langfristige Lösung verstanden werden. Viele Akteure interpretieren das Rettungsnetz nicht einmal als kurzfristige Maßnahme – sie haben gehörige Zweifel am Nutzen des Pakets. Offenbar nutzten etliche Investoren die gestrige Entspannung an den Märkten zum Ausstieg aus europäischen Werten. Entsprechend gab der Euro seine morgendlichen Gewinne gegenüber dem Yen wieder vollständig ab. Die nächsten Unterstützungen liegen nun bei 114,30 und 112,10, während wir mit Angebot bei 119,40 und 123,40 rechnen.

GBP USD (1,4795)Es ist ein Novum und eine Überraschung: Erstmals in der Nachkriegsgeschichte finden in Großbritannien multilaterale Koalitionsverhandlungen statt: Die Liberaldemokraten verhandeln nun nicht mehr nur mit den Konservativen, sondern auch mit Labour. Voraussetzung hierfür war allerdings der Rücktritt Gordon Browns als Anführer seiner Partei. Das schürte zusätzliche Unsicherheit unter den Akteuren. Allerdings ist es nicht so sehr entscheidend, welche Parteien das Land regieren werden – um eine Defizitreduktion kommt niemand herum. Vielmehr fürchten die Investoren langatmige, zähe Verhandlungen. Und noch etwas: Mittlerweile wetten immer mehr Spekulanten auf Neuwahlen noch in diesem Jahr. Sollten Investoren (und Ratingagenturen) die neue Regierung wirklich für instabil halten, so hätte das sicherlich negative Folgen für das Pfund. Trotz der anfänglichen Rallye ist es ihm gestern nicht gelungen, sich zu stabilisieren (1,5075). Daher sehen wir weiteres Abwärtsrisiko (1,4345/75). Zwischenunterstützung sollte sich bei 1,4660 entfalten.

AUD USD (0,8990) AUD bleiben neutral, solange der Widerstand bei 0,9150 nicht überwunden worden ist. Erstes Angebot steht bei 0,9095. Auf der Unterseite ist die Unterstützungssituation vor der Marke bei 0,8875 nach wie vor unzuverlässig (darunter Risiko bis auf 0,8715).

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend


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