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Euro-Länder: Beispiellose Krisenabwehr

Die EU-Finanzminister haben sich zur Abwehr einer Schuldenkrise in der gesamten Euro-Zone auf ein gigantisches Kreditprogramm im Umfang ….

 

von bis zu 750 Mrd. EUR geeinigt. Wie EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn nach der Krisensitzung der EUFinanzminister am Montagfrüh in Brüssel erklärte, werden 440 Mrd. EUR an garantierten Krediten von den Euro-Ländern über eine Zweckgesellschaft bereitgestellt.

Aus EU-Gemeinschaftsmitteln können Kredite von 60 Mrd. EUR fließen. Der Internationale Währungsfonds lege noch einmal die Hälfte des EUBeitrages drauf bis zu einem Höchstbetrag von 250 Mrd. EUR, erklärte die spanische Finanzministerin Elena Salgado. Auch die EZB kündigte Maßnahmen im Kampf gegen Spekulanten an – sie will am privaten und öffentlichen Anleihemarkt intervenieren.

Den Umfang der Interventionen ließ die Zentralbank noch offen und erklärte, dies werde der EZB-Rat festlegen.
Zudem lässt die EZB den Sechs-Monats-Tender wieder aufleben, nachdem er bereits ausgelaufen war. Zusätzlich werden Fremdwährungsgeschäfte mit anderen Notenbanken, darunter mit der US-Notenbank Federal Reserve und der Schweizer Notenbank wieder eingeführt, um den Banken in der Euro-Zone besseren Zugang zu Dollar und anderen Währungen zu ermöglichen.

Die Euro-Staaten hatten schon am Freitagabend unter dem Eindruck der jüngsten Turbulenzen an den Börsen beschlossen, Spekulationen auf einen Zerfall der Währungsunion mit einem gewichtigen Rettungsprogramm Einhalt zu gebieten. Die Bundesregierung sprang dabei über einen großen Schatten.

Sie hatte bei der Griechenland-Rettung lange gezögert, doch Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag beim Euro-Sondergipfel für den Überraschungscoup gewinnen können. „Die hohe Summe von 500 Mrd. EUR insgesamt dient dazu, dass … vielleicht Ruhe in den Karton kommt“, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maiziere, der den erneut erkrankten Finanzminister Wolfgang Schäuble bei den Verhandlungen in Brüssel vertrat.
Deutschland hoffe, dass die Kredite nicht in Anspruch genommen werden müssten.

Spanische Notenbank sieht Ende der Rezession
Spanien hat die Rezession nach Einschätzung der Notenbank hinter sich gelassen: Das von einer Wirtschafts-und Schuldenkrise geplagte Land wuchs nach Schätzungen der Bank von Spanien von Januar bis März um 0,1 Prozent. Die offiziellen Daten zum BIP im ersten Quartal werden erst am 12. Mai vorgelegt.
In der Vergangenheit waren die Schätzungen der Notenbank jedoch oft deckungsgleich mit den
später veröffentlichten Daten, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Moody’s: Italien hat Defizit unter Kontrolle
Die Ratingagentur Moody’s dämpft Sorgen vor einer Schuldenkrise in Italien: Das Land könne mit relativ geringem Aufwand seine Verbindlichkeiten in den Griff bekommen, hieß es am Freitag in Vorlagen für eine Moody’s-Präsentation in Mailand. Zudem habe das südeuropäische Land wiederholt auf beeindruckende Weise eine Kehrtwende bei seinen Staatsschulden geschafft. Auch sei Italien nicht so stark der Krise am Markt für Staatsanleihen ausgesetzt wie andere Länder der Euro-Zone.

Das Bankensystem des Landes wurde nach Einschätzung der Ratingagentur von der weltweiten Finanzkrise ebenfalls nicht so stark belastet. Insgesamt stehe die Finanzbranche des Landes nicht unter hohem Druck.

US-Aufsicht prüft neue Börsenhandelsregeln

Der drastische Kurseinbruch des US-Börsenleitindex Dow Jones in der letzten Woche wird offenbar Folgen haben: US-Aufsichtsbehörden prüfen derzeit Möglichkeiten, derartige Ausverkäufe künftig auszuschließen.

Zwei mit den Diskussionen vertraute Personen sagten, es werde erwogen, neue Schwellen einzuführen, die bei einem Börsenabsturz den Wertpapierhandel drosselten. Derzeit würden verschiedene Vorschläge beraten, hieß es am Wochenende.

Quelle: Deutsche Bank/CMS: Märkte am Morgen; Autor: Cognitrend

 


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