TASSI

Euro-Erholung kein Zeichen von Stärke!

EUR USD (1,2355) Das deutsche Leerverkaufsverbot kam nicht sonderlich gut an. Aus London, Paris und Brüssel gab es eine Absage; diese Euro-Partner wollen sich nicht am Verbot beteiligen. Und …

außerhalb des alten Kontinents monierte man den Mangel an europäischer Koordination. Dennoch waren gestern die Euro-Dipkäufer unterwegs. Warum sonst wurde so eifrig betont, dass der Markt massiv gegen den Euro positioniert sei? Warum sonst hielt sich hartnäckig das Gerücht, die EZB werde vielleicht intervenieren. Die Spekulationen waren aufgekommen, nachdem das EUR/CHF-Paar eine rasante Erholung hingelegt hatte. Die Händler schlossen sogleich auf einen Eingriff der Schweizer Notenbank. Von da aus war es gedanklich nur ein kleiner Schritt, ein ähnliches Vorgehen der EZB zu antizipieren. Der Chef der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, ist zumindest sehr besorgt über die Geschwindigkeit des Euro-Verfalls. Interventionen hält er aber – momentan – für ungerechtfertigt. Zu Recht. Schließlich nähert sich der Euro gerade einmal einem Niveau, das als fundamentaler Gleichgewichtskurs gilt.
Wir hatten es angedeutet: Sogar eine fast 300-Stellen-Erholung muss noch nichts bedeuten. Es ist weder ein Ausdruck von Stärke, noch von Zentralbankaktivität. Vielmehr lag es an dem angekündigten Mangel an Angebot bis zur Region zwischen 1,2370 und 1,2440 (Oberkante einer neuen Konsolidierungszone). Sollte letztere Marke überwunden werden, rechnen wir dennoch nicht mit einer Trendwende, sondern nur mit einer Fehlentwicklung. Wir würden daher 35 Stellen darüber den Einstieg in eine bearishe Strategie wagen (Risikolimit: 1,2540, Kursziel: 1,2135).

USD JPY (91,75) Auf neue Fundamentaldaten aus Japan wartet derzeit niemand, der eine Yen-Position aufbauen oder glattstellen will. So überrascht es nicht, dass auch heute Morgen keine Marktreaktion zu sehen waren, als die erste Schätzung des japanischen BIP aus Q1 vorlag. Allerdings muss man fairerweise erwähnen, dass sich die Zahlen im Rahmen der Erwartungen bewegten. Etwas mehr Beachtung fand hingegen das Treffen des japanischen Finanzministers Kan mit Jean-Claude Juncker in Tokio. Neugierig machte die Aussage des Eurogruppen-Chefs, dass er es nicht für angebracht halte, den Gesprächsinhalt mit der Außenwelt zu teilen. Ging es etwa um konzertierte Interventionen? Zumindest darauf gab Juncker eine Antwort: Er sieht dafür derzeit keinen dringenden Handlungsbedarf. Einen rigorosen Ausschluss formuliert man anders. Devisenhändler scheinen sich über ein solches Szenario aber wenig zu sorgen. Den Dollar halten sie jedenfalls in Schach. Darunter litt gestern bereits unsere Long-Strategie, weil der USD leider unter das enge Risikolimit rutschte. Stabil ist der Greenback trotzdem noch (solange er über der 89,60er Marke handelt). Davor liegt noch Nachfrage bei 90,35. Angebot wartet bei 92,65 und 94,00.

EUR JPY (113,35) Japans Exporteure wünschen sich kurzfristig Kurse um 115 ¥, war heute Morgen zu hören. Auch Händlern, die seit Wochenbeginn in den fallenden Markt kaufen, dürfte eine solche Bewegung entgegenkommen. Bei 114,80 liegt tatsächlich die erste Widerstandsmarke. Danach sehen wir Angebot erst wieder bei 116,90.
Unterstützung findet sich bei 112,00 und 110,50.

GBP USD (1,4410) Während beim Euro über Interventionen spekuliert wird, sind sich Pfund-Händler einig, dass die BoE eher Interesse daran hat, Sterling schwach zu reden. Entsprechend hat das Pfund nicht von der Euro-Erholung profitieren können. Die Nachfrage bis zum 1,4140/80er Risikopotenzial sowie bis 1,3650 bleibt dürftig. Die besten Widerstände liegen bei 1,4510 und 1,4740.

AUD USD (0,8425) AUD befinden sich fast im freien Fall und nähern sich heute Morgen rapide der 0,8185er Marke, die wir gestern als erweitertes Abwärtspotenzial angeboten hatten. Darunter könnte sich die Bewegung mangels guter Unterstützung nochmals verschärften (0,7790). Erste Widerstände liegen erst bei 0,8370 und 0,8470.

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  


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