Koesterich Russ

ETP Landscape: Report des BlackRock Investment Institute für Januar 2014

-Weltweit haben ETPs im Januar einen Nettomittelabfluss in Höhe von 9,7 Mrd. USD verbucht. Damit ist das Jahr für die Branche schwächer gestartet als die beiden Vorjahre. Abflüsse aus Aktienprodukten in Höhe von 10,8 Mrd. USD……


Russ Koesterich, Chef-Investmentstratege bei BlackRock


– haben den Trend zum Jahresbeginn bestimmt. Investoren haben ETPs weiterhin genutzt, um ihre Marktsichten angesichts eines volatilen Monats am Aktienmarkt effizient umzusetzen.
– Ein Lichtblick waren die starken Zuflüsse in Aktienprodukte auf Märkte ausserhalb der USA in Höhe von 11,2 Mrd. USD. Dabei setzten sich viele Anlagethemen des Vorjahres Anfang 2014 fort:
o       Europäische Aktien-ETP verbuchten 4,0 Mrd. USD frisches Kapital angesichts eines so guten Einkaufsmanagerindex‘ (PMI) für die Eurozone wie zuletzt 2011
o       Breite investierende Produkte auf Industriestaaten verzeichneten 3,7 Mrd. USD und japanische Aktien-ETPs 4,0 Mrd. USD
– Bedenken hinsichtlich der Schwellenländer sowie die Bewertungen am US-Aktienmarkt und Unternehmensgewinne haben die Kapitalströme im Januar massgeblich beeinflusst. Diese Bedenken haben den Aktienmärkten weltweit einen Dämpfer verpasst und dürften dazu führen, dass die Volatilität – von historisch betrachtet niedrigen Niveaus ausgehend – weiter ansteigt.
o       Die Abflüsse aus US-Aktienprodukten in Höhe von 12,0 Mrd. USD gingen in erster Linie auf Standardwerte-ETPs zurück (minus 15,9 Mrd. USD), während Sektorprodukte einen Nettozufluss in Höhe von 2,9 Mrd. USD verzeichnet haben.
o       Die Abflüsse aus Schwellenländerprodukten beliefen sich auf 10,0 Mrd. USD. Dies war der höchste bislang verzeichnete Nettomittelabfluss aus Emerging-Markets-ETPs. Der Grund dafür dürften die schwachen Daten zur chinesischen Industrieproduktion und der weitergehende Rückzug der US-Notenbank Fed aus ihrem Anleihekaufprogramm (Tapering) gewesen sein.

Russ Koesterich, Chef-Investmentstratege bei BlackRock, sagte im Hinblick auf die jüngste Entwicklung in den Schwellenländern:
„Investoren meiden die Schwellenländer nach wie vor. In der vergangenen Woche haben Schwellenländer-Aktienfonds in der 14. Woche in Folge Abflüsse verzeichnet.
Investoren haben in dieser einen Woche so viel Geld aus den entsprechenden Fonds abgezogen wie zuletzt im August 2010. Die Abflüsse der vergangenen Woche haben stattgefunden, während verschiedene Schwellenländer – einschliesslich der Türkei – ihre Leitzinsen erhöht haben, um den Druck auf ihre Währungen in den Griff zu bekommen. Zudem haben sich die Auseinandersetzungen in der Ukraine und Thailand fortgesetzt. Hinter uns liegt eine Phase einer gewissen Unbeschwertheit an den Märkten, welche die Bewertungen von Risikoanlagen auf recht hohe Niveaus getrieben hat. Nun zeigen die jüngsten lokalen Nachrichten aus den Schwellenländern allmählich Auswirkungen, während die Marktstimmung ohnehin relativ fragil ist und Investoren sich in Qualität flüchten.
Unabhängig davon, was den Schwellenländer-Ausverkauf ausgelöst hat, erinnert die damit einhergehende Korrektur an folgende drei Wahrheiten über Investitionen in Schwellenländern:

1.      Volatilität in diesen Märkten lässt sich nicht vermeiden: Die Märkte der Schwellenländer sind tendenziell volatil, und dies dürfte zumindest kurzfristig so bleiben. Die Währungen der Schwellenländer dürften unter Druck bleiben, die Fed dürfte ihre Anleihekäufe weiter zurückfahren, und mehrere Länder kämpfen mit strukturellen Problemen. Dies dürfte dazu führen, dass die Volatilität in den kommenden Monaten hoch bleibt.

2.      Nicht alle Emerging Markets sind gleich: Während die Türkei und Indonesien von politischen Unruhen heimgesucht werden, scheinen vor allem die Länder im Norden Asiens robuster. China und Südkorea zum Beispiel verfügen über hohe Leistungsbilanzüberschüsse und hohe ausländische Währungsreserven.

3.      Emerging Markets bieten viel Wertpotenzial: Angesichts ihres weiterhin dynamischen Wachstums im Vergleich zu den Industriestaaten erscheinen Schwellenländeraktien im Hinblick auf die meisten Kennzahlen noch immer günstig. Der Bewertungsabschlag gegenüber Aktien aus Industriestaaten beläuft sich momentan auf rund 40 Prozent. So hoch war er seit der Finanzkrise nicht mehr.“

Source: ETFWorld.de – BlackRock ETP Research


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