1 FX-Tagesausblick

Eine „brutale“ Bewegung

EUR USD (1,1895) Es war eine Kettenreaktion, die den Euro am Freitag letztlich massiv unter Druck geraten ließ. Dabei spielt es eigentlich keine Rolle, ob der Auslöser in Ungarn, dem Schweizerfranken oder einer zu eng ausgelegten Übersetzung des Wortes „parité“ (geäußert vom französischen…

Ministerpräsidenten Fillon) geschuldet war. Am Ende war alles schlecht für den Euro – selbst die US-Arbeitsmarktdaten. Dass das Treffen der G20-Staaten in Busan nicht gerade Einigkeit ausstrahlte, ist somit eigentlich fast nur noch eine Randnotiz wert. Zusammengenommen mit der Euro-Schwäche wird jedoch eines klar: Die globalen Ungleichgewichte werden sich verstärken. Und so gewinnt man auch den Eindruck, die deutschen Sparprogramme, an denen die Regierung Merkel derzeit mit Akribie arbeitet, wären eher von lokaler als von globaler Bedeutung. Zumindest sind sie für den privaten Konsum (wie seitens der USA in Busan angemahnt) nicht förderlich. Mit dem Versagen der wichtigen 1,2110er Linie am Freitag ist der Euro- Trend höchstwahrscheinlich in seine Kapitulationsphase eingetreten. Dazu passt auch eine dramatisch anmutende Umfrage des britischen „Daily Telegraph“ unter 25 britischen Wirtschaftsexperten, von denen fast die Hälfte der europäischen Währungsgemeinschaft in ihrer aktuellen Form nur noch fünf Jahre gibt. Der derzeitige Trendabschnitt bedeutet aber auch, dass Erholungen nur kurzer und schneller Natur sein dürften, weswegen wir bereits bei 1,2010 eine bearishe Strategie (Risikolimit 1,2065) mit Kursziel 1,1520 (derzeitiges Risiko an der Unterseite) ins Auge fassen würden.

USD JPY (91,35) Der stellvertretende japanische Finanzminister Naoki Minezaki wird zwar nicht als Nachfolger von Naoto Kan gehandelt. Trotzdem hat Minezaki Japan beim jüngsten G20- Gipfel souverän vertreten. Er ließ keinen Zweifel daran, dass sein Land an einer Bankenabgabe kein Interesse hat. Unterstützt wurde er von Notenbank- Gouverneur Shirakawa, der die anderen Nationen ebenfalls zu überzeugen versuchte, dass in Japan alles in bester Ordnung sei. Die Wirtschaft erhole sich zwar langsam, aber dafür stetig. Geldund Anleihemärkte sind stabil und der Aktienmarkt wirkt nur deshalb angeschlagen, weil ihn die Schwäche der europäischen Märkte belastete. Weit weniger gedrückt sieht nun wieder der Yen aus. Nachdem er die letzten beiden Wochen unter Korrekturen litt, konnte er sich seit Freitag wieder kräftig erholen. Jedoch findet immer noch alles innerhalb einer breiten Konsolidierung statt, die zwischen 89,10 und 93,65 verläuft. Bevor der USD die Unterkante ansteuert, sollte sich noch Zwischennachfrage bei 90,10 finden, während sich erster Widerstand bei 92,05 zeigen dürfte.

EUR JPY (108,80) Der Euro riss am Freitag alle wichtigen Verteidigungslinien. Die Nachfragesituation sieht nun wenig erbaulich aus. Nur bei 107,10 und 104,10 findet sich Unterstützung. Dip- Käufer vom Freitag werden bei einer Erholung auf die 110,90/11,05er Zone versuchen, wieder aus dem Markt zu drängen. Darüber würde Angebot aber erst wieder bei 112,95 zum Tragen kommen.

GBP USD (1,4430) Finanzminister Osborne  betonte, dass die Briten dazu beigetragen hätten, beim G20-Gipfel einen anderen Ton anzustimmen, um die Haushaltskonsolidierung in den Vordergrund zu stellen. Angeblich hätten die anderen Staaten in ähnlicher Tonlage mit eingestimmt. Disharmonisch war hingegen leider unser Versuch, die Pfundschwäche aufzufangen. Etwas Unterstützung vor dem 1,4235er Mai-Tief findet sich nun bei 1,4340. Erholungen werden zwischen 1,4575 und 1,4625 auf Verkäufer stoßen.

AUD USD (0,8150) Der AUD schöpfte unser Abwärtsrisiko weidlich aus. Die nächste Unterstützung liegt bei 0,8065, dann erst wieder bei 0,7785 (beides Potenzial). Ein erstes gutes Zeichen wäre oberhalb von 0,8480 gegeben. Zuvor tut sich noch Widerstand bei 0,8315/30 auf.

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  


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