1 FX-Tagesausblick

Eigentlich ist er gar nicht so schwach

EUR USD (1,2295) Auch gestern lagen die Gründe, den Euro zu verkaufen, für das Gros der Händler quasi auf der Hand. Seien es die andauernd pessimistischen Kommentierungen zur offiziellen Rettung einer spanischen Sparkasse – eine Nachricht, die unseres Erachtens (wie bereits gestern erwähnt) übertrieben viel Aufmerksamkeit erregte. Oder die…

  schwelenden Spannungen zwischen Nord- und Südkorea, die zum wiederholten Male aus der Zauberkiste der Euro-Bären hervorgeholt wurden. Fast hätten wir in diesem Reigen noch die geplanten regulatorischen Alleingänge Deutschlands vergessen, denen gestern ein weiteres Mosaik hinzugefügt wurde: Ein mögliches Verbot von  Devisenderivaten, sofern sie nicht Absicherungszwecken dienen. Ein Verbot, das womöglich nur für den Euro, nicht aber für den Dollar gelten soll? Deutsche Händler, die aus dem gestrigen Rücktritt des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (womöglich mit Rückkehroption zu einem späteren Zeitpunkt?) gar ein Misstrauensvotum für die Fiskalpolitik der Regierung Merkel herauslesen wollten, bekamen schließlich sogar noch ein Gratisargument frei Haus.
Unter dem Strich hat sich der Euro indes gestern von seinem Tief unter 1,22 wieder erholt – in ähnlicher Weise, wie er schon die komplette vergangene Woche beendet hatte: per Saldo praktisch unverändert. Und dies werten wir als ein Indiz für steigende, stabile langfristige Nachfrage.
Wobei ein Überschreiten von 1,2410 deren Übergewicht anzeigen würde (Potenzial danach 1,2585). Bevor dies geschieht, bleibt der Euro jedoch vor 1,2180 nur schlecht unterstützt.

USD JPY (90,30) US-Finanzminister Geithner hat gestern Vormittag in China zugegeben, sein Land hätte in den letzen zehn Jahren in Sachen Haushaltsdisziplin geschludert. Nun gelobt er Besserung. Für die amtierende Regierung sind Defizite nämlich alles andere als unwichtig, sie nimmt sie ernst. Das wird auch der andere Hauptgläubiger der USA, Japan, mit Freude vernommen haben. Allerdings wird Sparen nur ein Thema werden, wenn die US-Wirtschaft dies hergibt. Und hinter anhaltendem Wachstum, stehen derzeit noch viele Fragezeichen. Der Dollar reagierte gestern recht positiv und schob sich wieder über die 90-Yen-Marke. Er pendelt aber nach wie vor innerhalb einer breiten Spanne, die zwischen 89,10 und 93,65 verläuft. Die Unterkante markiert keine gute Unterstützung. Wird sie durchbrochen, wäre ein Rücklauf bis zum jüngsten 87,95er Tief die Folge. Zwischenwiderstand ist bei 91,40 zu finden.

EUR JPY (111,05) Trotz einer kräftigen Erholung hat sich der Euro gestern immer noch nicht stabilisieren können. Dies würde sich erst über 113,80 ändern. Davor liegt aber noch etwas Widerstand bei 112,50. Schwache Nachfrage findet sich indes bei 110,10 und 108,60.  

GBP USD (1,4390) Obgleich gestern die Wachstumszahl für das Q1-BIP nach oben revidiert wurde, entsprachen die mageren 0,3 Prozent wohl nicht den Erwartungen, die sich Regierungsvertreter einst von den finanzpolitischen Stimuli versprachen. Seit den Beschlüssen, die beim G20- Treffen im 2009er Rezessionstief verfasst wurden, hat sich in GB aber nicht viel getan. Positive Wachstumsraten gibt es erst seit zwei Quartalen wieder. Und trotz eines schwachen Pfundes fallen die Exporte enttäuschend aus. Obwohl die Wirtschaft nicht auf die Beine kommt, hat die neue Regierung die Stimulusbemühungen nun eingestellt und ist dafür prompt von Notenbankern gelobt worden, nachdem Ökonomen ja bekanntlich lange über das Für und Wider der staatlichen Eingriffe gestritten haben. Wir sehen nach wie vor Kursrisiko bis 1,4110. Nach oben ist hingegen in der 1,4535/65er Zone weiter Widerstand zu erwarten.

AUD USD (0,8255) AUD konnten sich gestern von den neuen Jahrestiefs (0,8070) wieder etwas lösen, verbleiben allerdings in einer angeschlagenen Position, mit Risiko bis auf 0,7790. Eine temporäre Stabilisierung würde sich dagegen erst oberhalb von 0,8370 abzeichnen.

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  


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