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Eheverträge schließt man lieber vorher

EUR USD (1,2270) Eigentlich hätte es ein ruhiger Wochenstart für den Euro werden können. Offizielle Treffen gab es am Wochenende nicht. Neue Entscheidungen in Sachen Eurokrise mussten Marktteilnehmer also nicht fürchten……

Dafür gab es aber jede Menge Kommentare  zu den jüngsten Beschlüssen. Denn nichts wird derzeit so stark hinterfragt und kontrovers diskutiert wie das jüngste EU-Rettungspaket bzw. ndas EZB-Anleiheankaufprogramm. Dass Kritik aus Übersee zu hören war, verwundert nicht. Ex-Fed-Chef und US-Präsidenten-Berater Paul Volcker beispielsweise fürchtet trotz oder vielleicht sogar aufgrund der jüngsten Rettungsmaßnahmen ein Auseinanderbrechen der Eurozone.

Im Gegenzug äußert sich aber kein EU-Offizieller zur Zahlungsunfähigkeit Illinois; der Bundesstaat liegt finanziell am Boden und kann schon seit Monaten seine Rechnungen nicht mehr begleichen. Überraschenderweise hört man stattdessen von Bundeskanzlerin Merkel Zweifel am eigenen Vorhaben. Der 750 Mrd. Schutzschirm reiche alleine nicht aus, meinte sie. Und EZB-Chef Trichet findet, dass ein Quantensprung bei den gegenseitigen Kontrollmechanismen der Euromitglieder nötig sei. Dies hört sich fast so an, als wolle ein Ehepaar nach einem zehn Jahre währenden Lebensbund plötzlich einen detaillierten Ehevertrag aufsetzen. Kein Wunder, dass sowohl die Angehörigen, als auch das Umfeld Zweifel am Fortbestand der Ehe hegen. Unser Kursziel bei 1,2310 ist heute Morgen erreicht worden. Aber der Euro wirkt so angeschlagen, dass wir 30 Stellen vor 1,2390 (Risikolimit) noch einmal eine bearishe Strategie mit Kurziel 1,2190/00 wagen.

USD JPY (91,85) Der Dollar hat nach wie vor die Chance auf eine Erholung bis 94,90. Die neuesten Zahlen zu den japanischen Maschinenbauaufträgen lieferten hierzu allerdings keinen Impuls – sie entwickelten sich nahezu wie erwartet. Unterstützungen liegen bei 91,60 und 89,60. Unterhalb letzterer Marke würde der Greenback seine Stabilität jedoch einbüßen.

EUR JPY (112,70) Es brodelt in der Eurozone: Gerüchte, Frankreich habe bei den Verhandlungen über das europäische Sicherheitsnetz mit einem Rückzug aus dem Währungsclub gedroht, schreckten zum Wochenschluss die Marktteilnehmer auf (aus Frankreich kam aber mittlerweile ein Dementi). Auch die Bestätigung der Rating- Agentur Moody’s, dass Griechenlands Kreditwürdigkeit trotz der jüngsten Spar- und Rettungsbemühungen mit hoher Wahrscheinlichkeit erneut herabgestuft würde, warf kein allzu rosiges Licht auf den Rettungsschirm. Die Ängste der Investoren zeigen sich wieder einmal in fallenden Aktienmärkten und Verkäufen der Yen-Cross-Währungen. Die letzte Verteidigungslinie liegt bei 112,10. Darunter rechnen wir mit weiterer Schwäche, verursacht auch durch Akteure, die dem Euro langfristig den Rücken kehren. Ohnehin ziehen japanische Fondsmanager erstmals seit Oktober 2007 US-Anleihen den Pendants der Eurozone vor, so das Ergebnis einer Bloomberg-Umfrage. Die einzig erwähnenswerte Unterstützung wartet danach bei 110,50. Mit Angebot rechnen wir bei 114,50 und 115,65.

GBP USD (1,4310) Das Pfund hat eine harte Woche hinter sich: Die Händler hatten miese Arbeitsmarktdaten zu verdauen sowie die Bestätigung, dass ein schwaches Pfund den Exporten nicht auf die Beine geholfen hat. Nun kommt wohl auch noch ein niedrigerer Wachstumsausblick hinzu. Denn Großbritanniens neuem Finanzminister zufolge hat die Vorgängerregierung die Wachstumsprognosen geschönt. Der antizipierte Sterling- Verfall entfaltete sich in Rekordgeschwindigkeit. Wir sehen nur dünne Nachfrage bei 1,4180, während Angebot bei 1,4480 wartet. Aussicht auf Stabilität hätte das Pfund erst oberhalb von 1,4690.

AUD USD (0,8750) AUD schwächten sich weiter ab und testeten beinahe die Unterstützung bei 0,8715. Darunter können Abwärtsbewegungen auf 0,8570 erfolgen. Widerstände sind jetzt bei 0,8815 und bei 0,8935 anzusetzen.

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend


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