EUR USD (1,2265) Der Rücktritt von Bundespräsident Horst Köhler traf gestern auf Finanzmärkte, die sich bereits mit angezogener Handbremse und in Parkstellung auf einen gemütlichen Nachmittag vorbereiteten, da Händler in den USA und in Großbritannien eine feiertagsbedingte…
Pause einlegten. Die Feierlaune vom Wochenende und die gute Stimmung, die am Morgen noch in Deutschland herrschte, waren dahin. Zwar hielten sich die Auswirkungen auf die Finanzmärkte in Grenzen, aber immerhin fiel der Euro, kurz nach Bekanntgabe des Rücktritts, um fast 55 Stellen. Diese Bewegung markierte mehr oder weniger die gesamte Tagesrange. Trotz der moderaten Reaktionen ist den Marktteilnehmern aber eines nicht entgangen: Deutschlands politische Probleme häufen sich. Erst die Hängepartie in NRW, dann der plötzliche Abgang Roland Kochs und nun der überraschende Blitz-Rücktritt des Bundespräsidenten. Als ob Finanz- und Eurokrise nicht schon genug wären, droht der bedeutendsten EU-Volkswirtschaft nun auch noch eine Politstarre. Bundeskanzlerin Merkel hat mit dem Spontan-Rückzug ein spezielles Problem, da Köhler damals von ihr installiert wurde und er als Ex-IWF-Chef als wichtige Schnittstelle von Politik und Wirtschaft zur Bevölkerung galt, bei der er zweifelsohne sehr beliebt war. Deutschland und der EU geht somit ein kompetentes und wichtiges Bindeglied zur Unzeit verloren. Auch wenn die Reaktionen auf den Euro-Kurs vernachlässigenswert waren; helfen werden ihm die zusätzlichen Unsicherheiten garantiert nicht. Unterhalb von 1,2110 droht neues Ungemach, während 1,2460 den Auslöser für Korrekturen auf 1,2740 markiert.
USD JPY (91,05) Die Zustimmung der Bevölkerung für die Regierungskoalition ist gemäß einer heutigen Umfrage in der japanischen Tageszeitung Yomiuri Shimbun auf ein neues Tief gefallen – seit September 2009 von einst 75 auf nunmehr nur noch 19 Prozentpunkte. Ein Wert, den zuletzt nur das Vorgängerkabinett unter Flagge der LDP im vergangenen Juli aufwies. Drei Viertel der Bevölkerung sind mit der Regierung unter Premier Hatoyama nicht einverstanden und 59 Prozent der Bürger fordern sogar dessen Rücktritt. Obgleich die schlechten Umfragewerte in erster Linie auf die Verlagerung eines US-Luftwaffenstützpunkts zurückgeht, versuchten sich die Akteure vorzustellen, was ein etwaiger Rücktritt des Premiers für die wirtschaftliche Situation des Landes bedeuten würde: zumindest keine Festigung des Yen. Auch wenn wir weiterhin eine Konsolidierung zwischen 89,10 und 93,65, sehen, würden wir im Falle eines Rücksetzers, 30 Pips vor 90,05 (Risikolimit) eine kleine bullishe Strategie mit Kursziel bei 91,80/90 wagen.
EUR JPY (111,65) Ein Überschreiten des Stabilitätspunktes bei 113,65 würden wir ab jetzt mit einer bullishen Strategie (Risikolimit 112,95, derzeit unser erster Widerstand, Kursziel 116,75) begleiten. Unterstützungen liegen bei 111,05 und
109,20.
GBP USD (1,4475) Während des feiertagsbedingt dünnen Marktes, spielte sich das Handelsgeschehen nach einem frühen Rücksetzter hauptsächlich um das Tageshoch herum ab. Kabelpfunden blieb somit ein Test der wichtigen Unterstützung bei 1,4375/85 erspart – ein Versagen an dieser Stelle hätte immer noch neue Jahrestiefs um 1,4160 zur Folge. Solange die Unterstützung hält, befindet sich das Pfund jedoch in einer Konsolidierungsphase, deren obere Begrenzung 1,4550 sogar recht weich ist. Deswegen glauben wir, dass die Chancen auf eine kurzfristige Erholung auf 1,4680/00 am Ende gar nicht so schlecht stehen.
AUD USD (0,8370) Die Notenbank beließ die Leitzinsen wie erwartet unverändert. Dass AUD trotzdem zurückfielen, ist aber weniger der Zinsentscheidung als vielmehr der Tatsache geschuldet, dass es ihm nach wie vor an Stabilität mangelt – die würde ihm erst oberhalb von 0,8560/70 zuteil. Unterstützungen warten bei 0,8330 und 0,8265.
Quelle: Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend
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