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Angst vor plötzlichem Euro-Kollaps vom Tisch

EUR USD (1,2545) Spanien schnallt den Gürtel noch einmal enger – sehr zum Unmut der Gewerkschaften, die sogleich mit Streik drohten…..

Daneben kündigte auch Portugal überraschend weitere Maßnahmen an, um des Schuldenberges Herr zu werden. Dem Euro hilft das allerdings nicht mehr. Die Wahrnehmung der Akteure hat sich nämlich verändert: Die Angst vor einem plötzlichen Totalausfall der Einheitswährung hat sich zwar gelegt. Genau das wollten die europäischen Politiker mit ihrem 750-Milliarden-Rettungsnetz auch erreichen. Allerdings hat sich mittlerweile die Überzeugung breitgemacht, dass der Euro trotzdem weiter abdriften wird. Schließlich werden die harten Sparmaßnahmen überall in der Eurozone (sogar Deutschland will bald Einsparungen beschließen und verzichtet vorerst auf Steuererleichterungen) das künftige Wirtschaftswachstum über Jahre hinweg belasten. Entsprechend reduzieren und reduzierten auch langfristige Marktteilnehmer ihr Euro-Engagement.

Da die Angst vor einem Euro-Kollaps erst einmal vom Tisch ist, erlaubt sich mancher kurzfristig aktive Händler vorerst den Luxus von Dip- Käufen oder Gewinnmitnahmen aus Short-Positionen. Begleitet werden diese Aktivitäten – wie so oft – von Diskussionen um die Verteidigung von Optionsbarrieren (diesmal bei 1,2450 und 1,2500). Wir glauben aber nicht, dass diese lange Bestand haben werden, denn das Risiko reicht nun bis 1,2310. Diese Marke würden wir als Kursziel nutzen, sofern uns der Einstieg 40 Stellen vor dem 1,2615er Widerstand (gleichzeitig Risikolimit) gelingt. Wir würden jedoch Abstand von diesem Vorhaben nehmen, sollte der Euro zuvor auf ein neues Jahrestief (1,2510) rutschen.

USD JPY (92,80) Als gestern bekannt wurde, dass japanischen Lebensversicherer im April kräftig bei ausländischen Staatsanleihen mit längeren Laufzeiten zugegriffen hatten, staunten viele nicht schlecht, denn es war die stärkste Kaufaktivität, die seit einem Jahr zu verzeichnen war. Für viele war das gleichzeitig die Erklärung, warum der USD sich im Vormonat gegenüber dem Yen durchsetzen konnte. Aber kaum hatten einige Akteure diese Vermutung ausgesprochen, wartete bereits die nächste Überraschung. Vergangene Woche warfen japanische Investoren soviel ausländische Anleihen aus ihrem Depot wie schon lange nicht mehr; obgleich ihnen durch die Golden Week dafür nur zwei Handelstage zur Verfügung standen. Dennoch handelte es sich laut Angaben des Finanzministeriums um die größten Repatriierungsbeträge seit 2005. Diese gegensätzlichen Aussagen verwirrten Devisenhändler offensichtlich. Entsprechend gering war die Bereitschaft den USD konsequent in eine Richtung zu handeln. Der Greenback kann nichtsdestotrotz weiter an seiner Erholung arbeiten, solange die 89,60er Unterstützung hält. Kurssteigerungen sind dabei bis 94,90 möglich. Davor liegt allerdings noch Zwischenwiderstand bei 93,60.

EUR JPY (116,40) Der Euro kam heute Morgen fast bis an die erste unserer beiden Unterstützungen die wir bei 115,60 und 114,30 erwarten heran. Widerstand erwarten wir nun schon etwas früher, bei 117,40 und, wie gehabt, bei der 119,90 Marke. 

GBP USD (1,4630) Mervin King hat die jüngste Veröffentlichung des britischen Inflationsberichts genutzt, um sein selbstauferlegtes Schweigen zur Defizitsituation zu brechen. Es ist keine allzu große Überraschung, dass er auf Kurs mit der neuen Regierung geht und Entschlossenheit demonstriert. Aber dieses Auftreten gefiel Sterling-Händlern überhaupt nicht. Kabelpfunde rissen gestern alle kurzfristigen Unterstützungen und steuern nun geradewegs auf die 1,4335er Marke zu. Reichlich Widerstand hat sich nun zwischen 1,4720 und 1,4950 gebildet.

AUD USD (0,8965) AUD treffen im Bereich 0,8850/75 auf Unterstützung. Darunter besteht das Risiko eines Abdriftens bis auf 0,8715. Widerstände sind bei 0,9030 und bei 0,9100 anzusetzen.

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend


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